Galaxia – Eine visuelle Identität für Stille und Unendlichkeit
In letzter Zeit hatte ich viele helle, freundliche Brandings auf dem Tisch – viel Luft, viel Leichtigkeit, viel „Hallo Welt“.
Und dann kam mein Wunsch nach Kontrast, Tiefe und Dunkelheit. Ich wollte ausprobieren, wie sich ein visuelles System anfühlt, das nicht sofort alles zeigt, sondern euch langsam hineinzieht. Ruhig. Würdevoll. Fast wie ein Nachthimmel, der nicht laut ruft, sondern still wirkt. Dieses Projekt ist genau daraus entstanden: ein bewusst gesetzter Gegenpol – und ein kleines Experiment darüber, wie viel Atmosphäre Gestaltung tragen kann.
Wenn alles eine Marke wäre
Nicht jedes Corporate Design verkauft etwas. Manche stehen für ein Gefühl, eine Stimmung oder einen Moment. In dieser Serie spiele ich ein Gedankenexperiment und übersetze genau das in Gestaltung: Was passiert, wenn abstrakte Themen plötzlich eine visuelle Identität brauchen?
Mich interessiert, wie sich Dinge wie Ruhe, Chaos oder ein Wintermorgen gestalten lassen, wenn man sie wie eine Marke behandelt. Diese Projekte sind dementsprechend keine Kundenarbeiten. Sie entstehen aus Neugier und Kreativität.
Vom Gefühl zur Strategie
Bevor ich irgendetwas gestalte, halte ich kurz inne und frage mich: Wie fühlt sich dieses Thema eigentlich an – ohne Farbe, ohne Schrift, ohne Form? Bei „Galaxia“ war das Gefühl sofort klar: still, würdevoll, grenzenlos, geheimnisvoll. Nichts Lautes, nichts Verspieltes. Eher dieses leise Staunen. Dieses „Ich tauche ein“. Weite statt Nähe. Tiefe statt Tempo.
Und genau daraus entsteht dann die innere Logik fürs Design: Was will ich transportieren – Ruhe, Bedeutung, Fokus. Kein spiritueller Zauber, sondern visuelle Würde.
Das Moodboard ist dafür mein Kompass. Dunkelblau steht für Raum und Tiefe. Goldene Akzente setzen Orientierung und Blickpunkte – wie Sterne im Feld. Von dort aus wird jede Designentscheidung plötzlich ziemlich klar.
Design mit System
Ich habe das ganze Erscheinungsbild bewusst dunkel angelegt. Viel Tiefblau, fast nachtschwarz an manchen Stellen. Darauf feine goldene, geschwungene Linien und viele kleine Punkte – wie Sternenfelder. Das Ganze darf leicht magisch wirken, aber nicht verspielt. Eher schwebend und ruhig.
Logo – Leise Form, starke Wirkung
Das Logo setzt genau da an: „Galaxia“ wird von einem Kreis umschlossen – wie ein Planet oder eine Umlaufbahn. Statt eines i-Punktes sitzt dort ein Stern. Klein, aber merkbar. Kein lauter Effekt, eher ein stilles Wiedererkennungszeichen.
Farbwelt – Blau für Raum, Gold für Fokus
In der Farbwelt arbeite ich mit einem edlen Dunkelblau in mehreren Abstufungen und warmem Gold als Akzent. Blau trägt die Fläche und die Tiefe. Gold setzt Fokus und Richtung. Wenige Farben, dafür aber mit klaren Rollen.
Typografie – Editorial statt Effekt
Die Typografie ist eine sanfte Serifenschrift: Klar lesbar, ruhig, mit etwas Würde. Sie bringt die editoriale, kulturelle Note rein, ohne alt zu wirken. Genau die Balance, die ich wollte.
Illustrationen – Sternbilder & Punkte
Dazu kommen goldene Linien-Illustrationen von Tieren, die wie Sternbilder gedacht sind. Sie sind die Hingucker im System – erzählerisch, besonders, leicht geheimnisvoll. Elemente, an die man sich erinnert und genau richtig dosiert.
Wo das Design funktioniert
Ich denke das System bewusst nicht nur als hübsches Einzelmotiv, sondern als flexible Bühne. Digital wie Print. Ruhig im Editorial-Umfeld – stark im Packaging. Das Design wird getragen von Fläche, aber auch von Details. Genau diese Spannweite macht es interessant.
- Im Social-Media-Feed funktioniert der Look über dunkle Flächen, goldene Linien und kurze typografische Statements. Viel Kontrast mit wenig Ablenkung.
- Als Buchcover sehe ich Titel wie „Zwischen Sternen und Stille“ oder „Eine Reise durch Tiefe und Raum“. Viel Raum mit einem zentralen Motiv und goldenen Akzenten. Leise, aber präsent. So ein Cover greift man nicht wegen Lautstärke – sondern wegen Atmosphäre.
- Auch als Poster-Serie denkbar: „Sternenfelder – Ästhetik der Nacht“. Typografie + Illustration + Tiefe. Es funktioniert einzeln, wirkt aber in Reihe noch stärker.
- Im Packaging wird’s haptisch spannend: ein dunkler Karton mit goldenen Linienillustrationen, Titel „Stellar Edition“. Oder auch das Logo gold geprägt auf blauem Papier.
Mein Fazit: Was dieses Projekt zeigt
Dieses Projekt zeigt mir wieder, wie stark Design wird, wenn es von einer klaren Stimmung ausgeht – und erst danach von Formen, Farben, Schriften. Die Herausforderung hier: bewusst raus aus meiner Komfortzone. Weg von hell, leicht, freundlich. Rein in Tiefe, Dunkelheit, Würde. Weniger „Hey!“, mehr „…wow“. Ich liebe dieses Eintauchen – dieses komplette Versinken in eine Markenwelt. Und genau da entsteht für mich gutes Design: wenn Konzept und Atmosphäre zusammenziehen.
Für reale Marken heißt das: Mut zur klaren Haltung. Nicht jedem Trend hinterherlaufen, sondern eine eigene Bühne bauen. Mit System, mit Ruhe, mit Wiedererkennbarkeit. Dann darf Gestaltung auch leise sein – und wirkt trotzdem stark.
Brandboard - Alles auf einem Blick
Zum Abschluss zeige ich euch nochmal das fertige Brandboard – die verdichtete Essenz des ganzen Konzepts. Alles auf einen Blick. Alles aus einem Gefühl heraus gebaut.
Und jetzt ihr:
Welches abstrakte Thema soll ich als Nächstes gestalten? Habt ihr eine Idee? Schreibt mir gern – ich freu mich drauf.
Wenn alles eine Marke wäre
Diese Arbeit ist Teil einer fortlaufenden Serie, in der ich abstrakte Themen wie Gefühle, Phänomene oder Rituale wie Marken behandle.
Nicht als Spielerei, sondern als Gedankenexperiment mit Kreativität und Strategie.
Hi, ich bin Daria
– Designerin für strategisches Marken- und Webdesign.
Designerin für strategisches Marken- und Webdesign.
Seit über 10 Jahren unterstütze ich Unternehmen dabei, mit klaren Konzepten, Struktur und Haltung sichtbar zu werden. Für mich ist Design kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, das Orientierung schafft und Marken stärkt.
Wenn ihr gerade vor der Frage steht, wofür eure Marke eigentlich steht – oder wie sich etwas Abstraktes klar und greifbar übersetzen lässt:







