Moodboards – das Herzstück meiner Design-Projekte
Ich erinnere mich noch genau an den Moment: Eine Kundin saß mir gegenüber, hatte noch keine Farben, keine Schriften, kein Logo – nur eine klare Vorstellung: „Ich will, dass mein Unternehmen zuversichtlich, kompetent und zukunftsorientiert wirkt.“ Sie zeigte mir ein paar Fotos, die sich stimmig anfühlten – und ein paar Marken, von denen sie sich abgrenzen wollte. Und weißt du was? Das war genau das perfekte Vorgehen. Ich setzte mich also hin, recherchierte, sammelte, sortierte und stellte eine Collage aus Farben, Schriften, Texturen und Stimmungen zusammen. Das Design war nicht fertig, nicht final. Aber als sie es sah, sagte sie: „Das ist es.“ Und von da an lief alles. Keine langen Korrekturrunden und keine Missverständnisse. Nur Klarheit. Und warum? Weil das kein Zufall war. Das war ein Moodboard.
Kurzantwort: Was ist ein Moodboard?
Ein Moodboard (Stimmungstafel) ist keine lose Bildersammlung – es ist ein visuelles Kommunikationswerkzeug, das Stimmung, Atmosphäre und Richtung eines Projekts definiert. Es dient nicht der Inspiration, sondern der Klärung, Abstimmung und Vertrauensbildung zwischen Designerin und Kundschaft. Es enthält keine konkreten Motive, keine fertigen Designs, nur die Essenz dessen, wie etwas wirken soll. Bilder, Farben, Schriften, Texturen – alles zusammengefügt, um eine gemeinsame Sprache zu schaffen.
Inhalt
- Moodboards: Mein wichtigstes Werkzeug für klare Projekte
- Für welche Projekte nutze ich Moodboards – und wann lasse ich sie weg?
- Meine 3 goldenen Regeln für effektive Moodboards
- Welche Tools ich nutze – und warum nicht Canva
- Moodboard-Einblicke: Beispiele aus meinem Arbeitsalltag
- Mein Moodboard-Fazit: Klarheit
- FAQ - Häufige Fragen zu Blau im Branding
Moodboards: Mein wichtigstes Werkzeug für klare Projekte
Ich weiß, es klingt kitschig, aber ich liebe liebe liebe Moodboards. Ehrlich. Ich liebe sie, weil sie mir helfen, nicht nur zu designen – sondern zu verstehen und weil sie mir zeigen, ob ich auf der richtigen Spur bin, noch bevor ich eine Linie zeichne. Weil sie mir helfen, mit meinen Kund:innen auf einer Ebene zu sein – nicht auf der Ebene von „Gefällt dir das?“, sondern auf der Ebene von „Was spürst du, wenn du das siehst?“. Ich habe das Gefühl, dass Moodboards oft unterschätzt werden. So im Sinne von als wäre es „nur“ ein Schritt oder „nur“ ein Tool. Aber für mich ist es das Herzstück jedes Designprozesses. Es ist der Moment, in dem wir uns auf eine gemeinsame Richtung einigen – bevor wir uns in Details verlieren.
Ich erinnere mich noch an ein Projekt ganz am Anfang meiner Karriere: Eine Veranstaltung, für die ich Materialien erstellen sollte und der Kunde schickte mir ein einzelnes Bild als Beispiel. Ich nahm die Farben, den Stil, die Schrift — und erstellte ein Design, das meiner Meinung nach perfekt passte. Doch das Feedback kam: „Das ist nicht, was ich mir vorgestellt habe.“. Warum? Weil er nicht die Farben meinte — sondern die Illustrationen und die waren im Hintergrund. Aber das hatte er nicht gesagt und ich hatte nicht gefragt.
Ein Moodboard hätte das verhindert. Seitdem ist es fester Bestandteil meines Prozesses: Ich sammle, sortiere, verwerfe, reduziere – bis am Ende nur noch ein übersichtliches, stimmiges Moodboard übrigbleibt. Und dann erst beginnt das Design.
3 Gründe, warum ich Moodboards nicht mehr weglasse:
- Klärt unklare Vorstellungen bevor ein Strich gezeichnet wird. Wenn jemand sagt „modern“ kann das für mich „edel“ bedeuten, für dich „futuristisch“. Ein Moodboard macht das konkret.
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Für eine reibungslose Kommunikation – mit mir, mit der Kundschaft, mit dem Team.Bilder sagen mehr als tausend Worte – vor allem, wenn es um Farben, Stimmungen, Werte geht. Und wenn ich als Designerin Begriffe wie „serif“ oder „kerning“ verwende, versteht das nicht jeder. Aber ein Bild? Das versteht jeder.
- Verhindert teure Korrekturen, weil die Richtung schon vorab abgestimmt ist. Kein „Das ist nicht, was ich mir vorgestellt habe“, sondern „Ja, genau so.“. Und das spart Zeit, Geld und vor allem Nerven.
Und ja es macht Spaß, weil bei einem Moodboard noch alles möglich ist, weil wir in alle Richtungen denken können und uns kreativ austoben. Also: Lass und unsere Ideen sammeln, sie zusammenfassen und mehr Moodboards nutzen. Viel Spaß dabei.
Wenn du wissen willst, wie du dein Projekt von Anfang an auf Kurs hältst – lies hier: „Website-Ziele klar definieren und erfolgreich umsetzen“
Für welche Projekte nutze ich Moodboards – und wann lasse ich sie weg?
Ich nutze Moodboards inzwischen für fast alle Projekte, bei denen das Design neu entwickelt wird – oder zumindest neue Elemente beinhalten soll. Bei Corporate Design-Neuentwicklungen? Ja. Bei Website-Relaunches? Ja. Bei Event-Materialien? Ja. Sogar für die Wand im Wohnzimmer? Ja. (Okay, das ist privat – aber es zeigt, wie sehr ich sie schätze.)
Aber es gibt auch Fälle, in denen ich sie weglasse:
Ein Beispiel: Eine Kundin beschrieb mir ganz genau, wie sie sich die Farbe und die Atmosphäre vorstellte – und meinte, ich solle „Aquamarin“ nutzen. Aquamarin ist für mich: ein helles, grelles Grün. Für sie aber: ein sanftes Mint. Und das ist ein riesiger Unterschied, den ein Moodboard geklärt hätte. Aber inzwischen habe ich gelernt: Wenn ich mir unsicher bin und Worte nicht reichen, dann ist es Zeit für ein Moodboard.
Wenn du dich fragst, wie du solche Missverständnisse vermeidest — schau dir an, wie ich ein klares „Briefing“ aufbaue — mit gratis Vorlage.
Ein weiteres Beispiel: Für Unternehmen, die ich schon länger begleite, stehen die Designelemente schon fest. Da kenne ich die Farben, die Schriften, die Werte in und auswendig. Da würde ein Moodboard den Prozess unnötig verlängern und keinen Mehrwert liefern. Also lasse ich es weg. Und das ist auch okay.
Wann ich Moodboards einsetze:
- Bei neuen Corporate Designs
- Bei Website-Relaunches mit neuer Zielgruppenansprache
- Bei Markenpositionierungen, wo Werte visuell verankert werden müssen
- Bei Event-Materialien, wo Stimmung und Atmosphäre entscheidend sind
Wann ich sie nicht einsetze:
- Bei Projekten mit klarer, detaillierter Vorgabe
- Bei langjährigen Kunden, bei denen das Design bereits etabliert ist
Meine 3 goldenen Regeln für effektive Moodboards
Ich habe durch Fehler, durch Erfolge und durch Feedback gelernt, dass es bestimmte Regeln gibt, die ein Moodboard wirklich effektiv machen.
Regel 1: Ziel vor Augen – was willst du erreichen?
Regel 2: Nimm keine Bilder – nimm Stimmungen & Werte.
Regel 3: Weniger ist mehr – übersichtlich, fokussiert, präzise.
Ein gutes Moodboard zeichnet sich durch Übersichtlichkeit aus. Ich beschränke mich auf maximal 6 Bilder und jedes muss zu 100 % zur Markenidentität oder zur Zielgruppe passen. Ich frage mich bei jedem Element: Inspirierte es mich? Repräsentiert es genau mein Ziel?
Und noch drei praktische Tipps:
- Format: DIN A4 quer ist ideal zum Ausdrucken, zum Aufhängen und ebenso zum Vorzeigen auf dem Laptop.
- Textbeschreibung unter den Elementen: manchmal helfen kurze Worte, das Moodboard schneller zu erfassen.
- Drucke es aus: manchmal entsteht Kreativität erst, wenn du den Laptop zuklappst und mit Stiften, Schere und Kleber loslegst. (Ja, ich mache das noch immer — analog ist nicht out.)
Welche Tools ich nutze – und warum nicht Canva
Ich werde oft gefragt: „Welches Tool nutzt du für Moodboards?“ und meine Antwort: Es kommt drauf an. Ich habe durch Experimentieren, Fehlversuche und Erfolge gelernt, dass jedes Tool seine Stärken hat. Und ich wähle immer das, das am besten zum Projekt und zur Situation passt.
Analog – ja, wirklich.
Ich liebe es, aus Magazinen, Flyern, Farbproben, Stoffen zu schneiden und zu kleben. Weil es mir hilft, kreativ zu werden – wenn ich den Laptop zuklappe. Weil ich das Moodboard dann aufhängen kann und es immer vor Augen habe. Haptik ist ein unterschätztes Designwerkzeug.
Miro – das virtuelle Whiteboard
Perfekt für Teamarbeit. Wir können zeitgleich von verschiedenen Orten aus an einem Moodboard arbeiten und sehen live, was die andere Person gerade macht. Seeehr praktisch. Nur: Drucken geht nicht so gut – zumindest in der kostenlosen Version. Aber anklickbare Links wiederum gehen. Und das ist cool.
InDesign – mein Allrounder
Ich nutze InDesign für fast alles und auch für Moodboards. Weil ich damit Druckdaten generieren kann und das Moodboard zum Kunden-Termin mitnehmen kann. Weil ich Vorlagen habe und schnell Bilder reinziehen kann. Weil ich Bilder aus InDesign in Photoshop öffnen und bearbeiten kann und sie dann automatisch aktualisiert werden. Effizienz mag ich. 🙂
Pinterest – meine Sammelstelle
Figma – für Website-Projekte
Wenn ich ein Website-Projekt starte beginne ich oft direkt in Figma, weil ich dann die Design-Ideen direkt in die Umsetzung übertragen kann. Interaktiv. Digital. Effizient.
Wie ein Website-Projekt von A bis Z läuft — erfährst du hier:„Der Projektablauf: Die 5 Schritte der Website-Erstellung“
Canva – ja, aber
Ich nutze Canva nicht, weil es kein Grafikprogramm ist und es eingeschränkte Funktionen hat. Außerdem gibt es keine Offline-Nutzung und keine lokalen Dateien. Und: Achtung bei Stockfootage, denn das kann zu Urheberrechtsverletzungen führen.
Aber: Für alle, die keinen Zugang zu Grafikprogrammen haben ist Canva eine tolle Quelle. Kostenlos. Einfach. Intuitiv.
Meine persönliche Präferenz? InDesign. Weil es flexibel, effizient und bei mir eh immer geöffnet ist.
Moodboard-Einblicke: Beispiele aus meinem Arbeitsalltag
Ich zeige dir jetzt keine „100 besten Moodboards“, sondern konkrete Beispiele aus meinem Arbeitsalltag. Nicht als Inspiration, sondern als Einblicke wie ich gearbeitet habe, was ich gelernt habe und was daraus entstanden ist.
Pilates-Logo-Design — Ruhe, Balance, Eleganz
Die Markenwerte dahinter:
- Eleganz: edel, aber nicht distanziert
- Balance: harmonische Verbindung von Körper und Geist
- Sanfte Stärke: kraftvoll, ohne laut zu werden
- Achtsamkeit: bewusste Gestaltung bis ins Detail
Das Gefühl und die Atmosphäre standen fest, jetzt fehlte nur noch die „visuelle Übersetzung“. Unten seht ihr das Moodboards, das ich dazu entwickelt habe.
Falls euch das finale Ergebnis interessiert – könnt ihr es hier nachlesen: Pilates-Logo-Design
Wie so ein Logo entsteht – Schritt für Schritt – erfährst du hier: „Logoentwicklung: In 5 Schritten zum perfekten Logo“
Mobile Retter – Corporate Design für eine Alarmierungs-App
Ursprünglich wurde ein Blau und Grau genutzt – für Professionalität, Medizin, Krankenhaus. Aber es war für eine Alarmierungs-App für Notfälle und erste Hilfe. Also war unser Vorschlag: weniger ruhiges Blau, mehr Rot und Weiß und starke Kontraste. Weil Sichtbarkeit und Auffallen in diesem Fall über Sekunden entscheiden kann. Zuerst waren die Kunden unsicher ob sie wirklich Rot nutzen sollen. Aber nach dem Moodboard war klar: Das ist die einzig sinnvolle Richtung.
Und das Ergebnis? Ein Design, das auffällt und im besten Fall Leben rettet.
Hier geht’s zum Projekt: Mobile Retter Corporate Design
Frost – Branding für Klarheit und Distanz
Ein freies Herzensprojekt. Es ist Teil einer Serie, in der ich abstrakte Themen wie Gefühle, Phänomene oder Rituale wie Marken behandle. Nicht als Spielerei, sondern als Gedankenexperiment mit Kreativität und Strategie. Was passiert, wenn abstrakte Themen plötzlich eine visuelle Identität brauchen? Hier seht ihr ein Bild von meinem Moodboard — und dann eine Zusammenstellung des daraus entstandenen Branding.
Das ganze Corporate Design könnt ihr hier nachlesen: Frost Branding
„Moodboards sind kein Nice-to-have — sie sind das Herzstück jedes Designprozesses.“
Mein Moodboard-Fazit: Klarheit
Moodboards sind kein nettes Extra – sie sind vielleicht mein wichtigstes Werkzeug im Designprozess.
Ich nutze sie nicht, um „etwas Schönes“ zu zeigen – sondern um gemeinsam mit dir zu klären, wohin die Reise gehen soll. Denn oft weißt du genau, wie dein Unternehmen wirken soll – aber nicht, wie das visuell aussehen könnte. Und genau da setze ich an.
Sie sorgen für eine reibungslose Kommunikation zwischen uns – und machen die Zusammenarbeit einfacher, produktiver, vertrauensvoller.
Ich sammle Ideen, ordne sie, reduziere sie – bis nur noch das übrig bleibt, was wirklich passt. So vermeiden wir Missverständnisse, sparen Zeit und vermeiden teure Korrekturen später im Prozess. Und das ist nicht nur praktisch – das ist wertvoll.
Moodboards helfen uns, den Prozess zu ordnen: Sie zeigen uns, welche Ideen funktionieren – und welche nicht. Sie machen Entscheidungen leichter – weil wir nicht im Nebel tappen, sondern mit einer klaren Richtung arbeiten. Und das Beste daran? Es macht Spaß. Weil du dich auf das Wesentliche konzentrieren kannst – auf das Gefühl, das du vermitteln willst.
Möchtest du wissen, wie ich dein nächstes Projekt mit einem Moodboard starte? Schreib mir eine Nachricht – ich zeige dir, wie wir gemeinsam deine Marke sichtbar machen.
FAQ – Häufige Fragen zu Moodboards
Ein Moodboard ist ein visuelles Kommunikationswerkzeug, das Stimmung, Werte und Ästhetik bündelt – um Verständnis und Vertrauen zwischen Designer und Kunde zu schaffen.
Nein. Ich setze Moodboards ein, wenn es um Markenbildung, visuelle Klärung oder Zielgruppenansprache geht. Nicht bei funktionalen oder bereits klar definierten Projekten.
Ich nutze Figma für interaktive Moodboards und Adobe InDesign für druckfähige Versionen – je nach Projekt und Kunde.
Nur, wenn du die Lizenz hast oder sie klar kennzeichnest. Ich nutze gerne eigene Fotos oder lizenzierte Bilder, die explizit für Moodboards erlaubt sind.
Nein. Ein Moodboard ist kein fertiges Design, es ist ein Verständniswerkzeug. Es dient der Klärung und nicht der Umsetzung.
Hi, ich bin Daria – lass uns über Design reden
Hi, ich bin Daria – Designerin für strategisches Marken- und Webdesign.
Seit über 10 Jahren unterstütze ich Unternehmen dabei, mit einem durchdachten Markenauftritt sichtbar und erfolgreich zu werden. Für mich ist Design keine bloße Dekoration, sondern ein strategisches Werkzeug, das Marken lebendig macht und stärkt.
Mein Fokus: dich mit klarem, durchdachtem Design zu unterstützen, das nicht nur schön aussieht, sondern auch wirkt.



